Manchmal beginnen wir voller Vorfreude etwas Neues – und plötzlich fühlt es sich schwer an. Vielleicht steckst du gerade in genau so einer Phase. Ein ersehnter Neustart, ein Umbruch, gewollt oder unerwartet: ein neuer Job, eine Trennung, ein Umzug, die Geburt eines Kindes. Oder etwas, das dein Leben von heute auf morgen auf den Kopf gestellt hat.
So oder so kann es sein, dass du dich gerade in einem Tiefpunkt wiederfindest. In diesem Monatsimpuls geht es darum, warum das völlig normal ist und wie du gut durch diese Phase kommst.
Dieser Blogartikel wurde im Oktober 2022 zum ersten Mal veröffentlicht und im März 2025 aktualisiert.
Ich nutze Tarot als psychologisches Hilfsmittel, um ein monatliches Abgrenzungsthema mit passenden Reflexionsfragen auszuwählen. Wie du mit dem Monatsimpuls arbeiten und dir auch ein eigenes Bild der Karten machen kannst, habe ich dir in diesem Blogartikel beschrieben.
Inhalt
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Abgrenzungsthema: Tiefpunkt nach Neubeginn
Handlungsimpuls: Finde Halt im Hier und Jetzt
Ergänzende Hinweise: Entkräfte die Angst vor der Angst
Zusammenfassung
Die Karten als Grundlage für diesen Impuls
Eigentlich lasse ich mich überraschen, welches Abgrenzungsthema sich in den Karten spiegelt. Aber dann hatte ich mich schon vor der Legung dazu entscheiden, dass ich über diesen typischen Tiefpunkt schreiben möchte, den man sehr oft einige Wochen oder Monate nach einem Neubeginn erlebt.
Dieses Tief ist nämlich ein ganz normaler Teil einer Entwicklung, den du klar von einer Fehlentscheidung oder einem Rückschritt abgrenzen solltest. Das Thema stand also schon fest und ich war sehr gespannt, was die Karten dazu beisteuern würden.
Ursprünglich leite ich diese monatlichen Impulse aus drei Karten her. Ich hatte aber nach der ersten Deutung noch eine vierte Karte angelegt. Denn am Anfang war ich nicht ganz so begeistert von der Reihenfolge der Karten. Ich hätte die Karten zwei und drei gerne vertauscht. Mein Kopf war der Meinung, das würde besser ins Legemuster passen – denn jetzt ist die Entwicklungsprognose, bzw. der Abschluss der Legung, ja viel zu düster.
Aber da ich den Grundsatz vertrete, dass es keine falschen Karten gibt, hab ich alles so liegen lassen. Und dann hab ich gesehen, dass das gesamte Kartenbild – so, wie es ist – ziemlich perfekt ist.
Hier das Foto der Legung, falls du dir ein eigenes Bild machen oder einfach nachvollziehen möchtest, wie ich auf die aktuellen Impulse komme.
Tod, 3 der Kelche, 9 der Schwerter, 8 der Stäbe
Abgrenzungsthema: Tiefpunkt nach Neubeginn
Spannend, dass ich mit meinem Wunschthema im Kopf auch ausgerechnet die Karte „Tod“ als erstes gezogen habe. Denn die erste Karte im Legemuster sagt uns etwas über das Thema, um das es gehen soll.
Und der Tod steht im Tarot für einen Umbruch. Einen neuen Anfang, bei dem es kein Zurück gibt. Wo wir etwas hinter uns lassen müssen. Dabei handelt es sich in der Regel um etwas Größeres, vielleicht sogar um einen Lebensabschnitt. Um einen Abschied.
Die Karte vermittelt außerdem, dass es gerade nicht einfach ist. Dass es Dinge gibt, die Angst machen und einen zweifeln lassen. Ohne einen Plan davon, wie es weitergehen soll. Von der eventuell anfänglichen Vorfreude, Zuversicht und übersprudelnden Energie ist gerade nichts mehr zu spüren.
Aber mein Blick fällt auch direkt auf die Sonne: Es ist nicht alles schlecht, schwer und anstrengend.
Wo gab es bei dir in letzter Zeit einen Neustart? Einen Umbruch in deinem Leben? Das kann etwas sein, das du selbst gewählt hast. Etwas, was du kaum abwarten konntest, was dich aber gleichzeitig auch wahnsinnig nervös machte. Es können aber auch Umstände sein, die sich (überraschend) geändert haben und mit denen du nun klarkommen musst.
Wenn du den Neustart selbst gewählt hast: Warum hattest du dich für diesen Weg entschieden? Kann es sein, dass du dieses Warum gerade ein bisschen aus den Augen verloren hast?
Wenn du von einem Umbruch mehr oder weniger überrascht wurdest: Was gibt dir trotz allem gerade Kraft und Halt? Was in deinem Leben bleibt einigermaßen gleich, verläuft routiniert oder stabil?
Handlungsimpuls: Finde Halt im Hier und Jetzt
Aus der zweiten Karte unserer Legung kannst du Hinweise rauslesen, wie du mit dem aktuellen Tiefpunkt umgehen kannst.
Die erste Stimmung bzw. die ersten Worte, die mir beim Anschauen der Karte in den Sinn kamen, waren „Gelassenheit“, „den Moment genießen“ und „es sich bewusst schön machen“. Denn nach jedem aufregenden Neuanfang kommt irgendwann der Moment, an dem es kippt. Die Anfangseuphorie lässt sich nicht ewig halten. Das ist ganz normal.
Versuche, dich zwischendurch immer wieder auf den gegenwärtigen Moment zu fokussieren, damit du dich nicht von irrationalen Ängsten leiten lässt und die Situation durch vorschnelle Entscheidungen verschlimmbesserst. Dieser Tiefpunkt ist nur eine Phase. Je besser, du sie annehmen kannst, desto leichter, gelassener und schneller kommst du da durch. Hier habe ich dir das Prinzip der Gegenwärtigkeit genauer beschrieben (inkl. einer kurzen Achtsamkeitsübung für den akuten Stress-Notfall).
Die „3 der Kelche“ soll dich aber auch daran erinnern, die „Früchte deiner Arbeit“ einzusammeln und nicht alles mit dir selbst auszumachen.
Ist dir bewusst, was du schon alles erreicht und überwunden hast? (in deinem Leben insgesamt aber auch in letzter Zeit)
Welche Menschen in deinem Umfeld tun dir gut? Mit wem kannst du über deine Sorgen reden? Mit wem kannst du deine Sorgen und Ängste aber auch mal ausblenden und einfach nur eine schöne Zeit haben? (Mit wem kannst du gut auch durch schlechte Zeiten „tanzen“?)
Was hilft dir, dich daran zu erinnern, deine Aufmerksamkeit immer mal wieder ins Hier und Jetzt zu richten und das Schöne im gegenwärtigen Moment zu entdecken?
Ergänzende Hinweise: Entkräfte die Angst vor der Angst
Die dritte Karte unserer Legung spiegelt eine mögliche Entwicklung der aktuellen Situation: So wichtig gegenwärtig sein auch ist, damit allein kommst du womöglich nicht weiter. Die „9 der Schwerter“ zeigt ziemlich eindeutig, wie hartnäckig sich Ängste halten können.
Viel schlimmer als die Angst selbst ist aber meist die Angst vor der Angst. Denn die verhindert, dass du genauer hinschaust, was dich denn eigentlich so sehr beschäftigt und bis in die Nacht rein verfolgt.
Mach dir bewusst, dass deine Angst nur eine Emotion ist, die auf gewissen Gedanken (Sorgen) beruht. Weder Gedanken noch Emotionen können dir etwas tun. Komme zuerst innerlich zur Ruhe, indem du gegenwärtig bist (s. oben) und frage dich dann:
Wovor genau hast du eigentlich Angst? Und wie wahrscheinlich ist es wirklich (!), dass diese Katastrophe so eintritt, wie du sie dir gerade ausmalst?
Was schützt dich? Womit kannst du dich „zudecken“? Was kann dir ein Gefühl der Sicherheit geben? (Schau dir hier auch noch mal die Impulsfragen der ersten Karte an.)
Wie bist du, wenn du dich sicher fühlst? Wie verhältst du dich? Wie denkst und empfindest du?
Wie kannst du deine Ängste ernstnehmen, aber gleichzeitig das Schöne und Haltgebende nicht aus den Augen verlieren?
Da die Entwicklung erst mal ziemlich düster aussieht und ich das Kartenbild so nicht stehenlassen wollte, habe ich noch eine vierte Karte angelegt – für generell ergänzende Hinweise, die in dieser Situation wichtig sein können.
Dabei zog ich die „8 der Stäbe“. Die Stäbe stehen für das Element Feuer – und damit für Tatendrang, Energie und Motivation. Du kannst auf der Karte sehen, dass ziemlich viel davon gerade angeflogen kommt. Es ist zwar noch nicht da (noch nicht gelandet), aber es ist unterwegs. Diese Karte steht auch dafür, dass gute Dinge aus heiterem Himmel kommen. Die Sicht klart plötzlich auf und du tappst nicht länger im Dunkeln. Es kommen auch wieder hellere Zeiten. Daran solltest du immer denken.
Zusammenfassung
Wenn ich die vorher festgelegten Positionen von „Situation, Handlungsimpuls, Entwicklung“ mal weglasse und nur das Kartenbild betrachte, zeigt es ziemlich perfekt die ganz natürlichen Phasen einer Entwicklung an – die wir nicht verhindern können und denen wir uns alle immer wieder stellen müssen:
Es beginnt mit einem Umbruch (erste Karte). Irgendein Lebensabschnitt ist endgültig vorbei und etwas Neues beginnt. Wir sind wieder Anfänger. Wenn es etwas ist, was wir ersehnt haben, sind wir euphorisch und voller Zuversicht (zweite Karte). Irgendwann krachen wir auf dem Boden der Tatsachen auf (dritte Karte). Unser Anfängersein stellt uns vor ganz neue Herausforderungen und lässt uns schon mal verzweifeln. Aber wir machen trotzdem weiter und irgendwann werden wir besser. Wir bauen unsere Fähigkeiten aus und passen uns an die neue Situation an. Der Schwung kommt zurück (vierte Karte).
Damit wir gut durch diesen manchmal echt heftigen Tiefpunkt kommen, ist es wichtig, den Ängsten nicht blind zu folgen. Sich immer wieder ins Hier und Jetzt zu holen und sich auch auf die schönen, kraftgebenden Dinge zu fokussieren, gibt ein Gefühl von Sicherheit. Gleichzeitig können wir Ängste entkräften, indem wir sie anzweifeln. Es hilft auch, sich darüber bewusst zu sein, dass dieser Tiefpunkt nur eine Phase ist, die nichts mit einem persönlichen Versagen oder einer Fehlentscheidung zu tun hat. Alles ist immer im Wandel. Alles kommt und geht. Auch diese schwierigen und manchmal kaum zu ertragenden Momente sind irgendwann wieder vorbei.
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Foto von R_Tee via Canva.com
Tarot von A.E. Waite, Mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Urania-Verlags
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Liebe Anett, vielen Dank für diesen schönen Monatsimpuls. Mich schreibend durch die Fragen zu hangeln hat für mich einiges geklärt und ich bin wieder mehr im Vertrauen, weiß was ich brauche und tun kann. Tolles Gefühl.
Liebe Christiane, danke für deine Zeit und deine Worte. Ich freue mich sehr, dass der Monatsimpuls dir helfen konnte und wünsche dir alles Liebe und Gute. 🌻
Herzliche Grüße
Anett